VON DER SEE Blogbuch

Kultur der Zensur?

Moin Mannschaft°!

Aktuell bewegt ein Thema große Teile der Online-Gemeinde. Zensiert Facebook Beiträge? Hintergrund ist ein Betrag des WDR-Talkers Domian, der sich zum Thema Papstwahl geäußert hatte und von Facebook gelöscht worden war. Der Post hatte über 1 Millionen Seitenaufrufe.

 

Inzwischen über 30.000 mal geteilt zeigt der Post, dass den Usern die „Zensur“ von Außen missfällt. Facebook war immerhin sehr schnell damit, den Unmut klarzustellen und von menschlichem Irrtum zu sprechen. Zudem entschuldigte sich das Unternehmen beim Talkmaster. Letztendlich bleibt zu beobachten, ob dies Lippenbekenntnisse sind, oder der User in seinem Verhalten zensiert werden soll.

Nicht falsch verstehen.

Wir sind sehr wohl für Spielregeln im Web. Für ein anständiges Miteinander sind Regeln von Nöten. Keiner sollte rassistische, sexistische oder diffamierende Dinge über sich ergehen lassen müssen. Aber eine Meinungsäußerung, die selbst das öffentlich-rechtliche Fernsehen nicht als zensurwürdig empfindet, im sozialen Netz zu reglementieren, ist schon ein starkes Stück. Das erinnert fatal daran, dass Unternehmen wie Apple ihren App- und Bookstore nutzen, um Meinungen auch ihrem Weltbild anpassen zu können. Einen interessanten und diskussionswürdigen Artikel gab es hierzu bereits Anfang letzten Jahres bei der Zeit Online.

Wer also weiterhin ein offenes und freies Netz will, sollte die Augen nicht davor verschließen, dass einige wenige Unternehmen im WWW viel Macht auf sich bündeln.

Letztendlich legitimieren wir User das Handeln der Unternehmen. Ist auch eine Form von Demokratie, bei der es ebenso gilt wachsam zu sein, wie im analogen Leben.

Weiterführende Links:
„missionarischer Durchfall“
„Medienzensur“
Entschuldigung_Frankfurter Rundschau
Rechtlicher Aspekt

Nachtrag:
Kollegin Stefanie Bamberg stieß noch eine Diskussion auf ihrer Facebookseite an, die wir natürlich nicht verschweigen wollen: Bei entsprechender „Hate-Speech“ und Meldungen durch erboste User rutscht ein Beitrag auch gern automatisiert in den Facebook Spam-Ordner. Was in diesem Fall eine plausible Erklärung seitens Facebooks ist.

Nichts desto Trotz ist jeder User im Web aufgefordert, die Aktivitäten von Unternehmen zu beobachten und mündig zu bleiben …


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