| Kerstin Saathoff |

Die 9 größten Logo-Sünden

Design-Plattformen finden heutzutage immer größere Beliebtheit. Durch zahlreiche Vorlagen mit verschiedensten Symbolen lassen sich sogar ganz einfach Logos gestalten. Einfach? Genau das ist der Knackpunkt, denn Logo-Design ist nicht einfach – und wer das behauptet ist nicht ganz ehrlich ;-). Ein Logo ist das erste Element, was ein Unternehmen nach außen hin repräsentiert und die Grundlage für die weitere Entwicklung des Corporate Designs legt. Wir zeigen dir 9 Sünden, die man auf keinen Fall begehen sollte.

#1 Planlosigkeit

Planlos geht mein Plan los – getreu diesem Motto lassen sich vielleicht einige Dinge umsetzen, allerdings nicht bei deiner Logo-Gestaltung. Wie bei allen Designs, ist auch das Logo kein Produkt vom Fließband. Daher empfiehlt sich eine strukturierte Herangehensweise in Form einer Konzeptionsphase. Das Logo soll immerhin die Geschichte deines Unternehmens erzählen und nicht irgendeine Geschichte. Welche Zielgruppe soll erreicht werden? Welche Unternehmensphilosophie soll nach außen repräsentiert werden? In der Konzeptionsphase werden alle Fragen geklärt und in einem Briefing festgehalten.

#2 Plünderung

Regel Nr. 1: sich inspirieren lassen ist okay, kopieren nicht! Fehlt es einem an Ideen, dann ist der Griff zu Google, Pinterest & Co. schnell gemacht. Inspirationen lassen sich hier schnell sammeln und in der Flut schicker Designs ist die Versuchung natürlich groß, die tolle Arbeit von anderen zu kopieren. Dabei zählt zu den häufigsten Ausreden das fehlende Budget. Kurzfristig gesehen spart man so sicherlich etwas Geld und auch die Entwicklungszeit. Aber langfristig gesehen, wird die Kopie irgendwann auffallen und das bedeutet im schlimmsten Fall rechtliche Konsequenzen, die teuer werden können.

#3 Stock-Material

Der Griff zur kostengünstigen Design-Plattform mit seinen vielen Vorlagen ist sicherlich verlockend. Allerdings hat das Anpassen von Text und Farbe einer Logo-Vorlage nicht viel mit Design zu tun. Und vor allem: was unterscheidet dein Stock-Logo von einem der vielen anderen Logos, die aus dieser Vorlage erstellt wurden? Was sagt ein solches Logo über dein Unternehmen aus? Vermutlich nichts. Um sich von der Masse abzuheben und ein aussagekräftiges Logo zu erzielen, sollte ein Logo immer eine Eigenkreation sein.

#4 Unschlüssigkeit

Manchmal läuft es einfach und die Ideen sprudeln nur so aus einem heraus. Die vielen guten Ansätze möchte man möglichst alle in einem finalen Logo unterbringen. Und da taucht schon das Problem auf: das Logo wird zu kompliziert und verliert seine Klarheit. Wie soll ein Logo, das aus verschiedenen Ideen besteht, eine klare Aussage über dein Unternehmen treffen? Welchen Wiedererkennungswert soll es haben? Konzentriere dich auf die stärkeren Ideen und setze diese verständlich um. Weniger ist einfach mehr.

#5 Farbmischmasch

Auch hier gilt: weniger ist mehr. Natürlich dürfen in einem Logo mehrere Farben verwendet werden, jedoch sollten diese so gewählt werden, dass sie zusammen harmonisieren und auch als Schwarz-Weiß-Version muss dein Logo noch irgendwie funktionieren. Zu viele Farben verderben den Brei.

#6 Typo-Faulheit

Typografie ist ein wichtiger Bestandteil des Logos und sollte daher nicht unterschätzt werden. Jeder hat so seine Lieblingsschriftarten (bei uns ist es die Montserrat ;-)), aber deshalb muss nicht jedes Logo aus verschiedenen Schriftschnitten dieser Schriftart bestehen – wo wir wieder beim Thema „Abheben von der Masse“ sind.

Also raus aus der Komfort-Zone und trau dich was! Experimentieren ist wichtig, denn jede Schrift erzielt eine andere Wirkung. Das soll nun nicht heißen, dass man wild mit Schriftarten um sich schlagen soll. Natürlich gibt es auch eher unpassende Schriftarten. Ein Firmenlogo mit der Comic Sans sieht man glücklicherweise eher selten, aber die Brush Script wird beispielsweise für jeden zweiten Handwerksbetrieb verwendet. Die Wahl kann natürlich Absicht sein, um im Gespräch zu sein (bestes Beispiel der Filmtitel „Avatar“ in Papyrus… also wirklich?!).

Es gilt weiterhin: weniger ist mehr. Zu viele verschiedene Schriftarten überladen das Logo und machen es schwer lesbar. Das am meisten bewährte Konzept ist die Wahl einer Hauptschriftart, die sich in der Kommunikation des Unternehmens wiederfindet, und eine Zusatzschriftart für einen Claim.

#7 Unbrauchbarkeit

Was bringt einem ein schickes Logo, wenn es nicht vielseitig einsetzbar ist? Richtig, nichts. Daher sollte man sich bereits zu Beginn des Prozesses über die Wiederverwendbarkeit Gedanken machen. Auch wenn das Logo anfangs nur für die Geschäftsausstattung und Darstellung auf der Website gedacht ist. Nachträglich kann das Logo immer noch für Fahrzeugbeschriftung oder Arbeitskleidung benötigt werden. Hat man daran nicht gedacht, ist das Geschrei groß, denn das neue Logo ist auf einmal unbrauchbar. Daher gilt: kann ein Logo auf schwarz-weiß reduziert werden, ohne an Identität und Aussagekraft zu verlieren, sollte es auch für die Produktion anderer Medien genutzt werden können.

#8 Format-Fail

Mit Photoshop kann man wirklich viele tolle Sachen machen. Es ist ein Problemlöser, ein Allzweckwunder, Photoshop versteht einen einfach … Aber Leute, es ist nicht für die Logo-Erstellung geeignet! Es hat sicherlich jede:r Designer:in schon einmal ein Logo als PSD- oder PNG-Datei erhalten und sich gedacht „… was soll ich damit nun anfangen?“. Mit etwas Glück ist die Datei noch in hoher Auflösung vorhanden. Aber wenn man Pech hat, ist die Datei so klein, dass sie nur für das Web zu gebrauchen ist.

Rastergrafik-Programme sind einfach nicht für die Logo-Gestaltung geeignet, dafür gibt es Vektor-Programme wie InDesign. So entstehen keine Probleme bei der späteren Verwendung und Größe & Farbe lassen sich einfach anpassen. Anschließend kann es immer noch als JPG, PNG oder weitere Dateiformate exportiert werden.

#9 Überflüssigkeit

Firmenname, Firmierung, Slogan, Name des Chefs, Lieblingsessen der Oma – das Logo kann durch überflüssige Informationen schnell überladen wirken. Wir können uns nur wiederholen: weniger ist mehr. Oftmals wird die Firmierung in das Logo intergiert. Dabei spielt es für deinen Kunden keine große Rolle, ob der „Bäcker“ eine GbR, GmbH oder AG ist. Diese zusätzliche Information nimmt nur Platz für relevantere Informationen weg. Es lohnt sich zu hinterfragen, ob man rechtlich dazu verpflichtet ist, diese Informationen unterzubringen oder ob diese wegfallen kann.

Fazit: Ein gutes Logo ist wirklich enorm wichtig und trägt maßgeblich zum Unternehmenserfolg bei. Es ist jedoch eine Kunst für sich ein gutes Logo zu kreieren und sollte nicht unterschätzt werden.

Du brauchst Hilfe für dein Unternehmen?

Auch wenn manche Dinge mit ein wenig Hilfe selbst zu lösen sind, so stehen Unternehmen immer wieder vor komplexen Aufgaben und das kostet Zeit und Nerven. Gern helfen wir dir dabei, den richtigen Kurs zu setzen. So kannst du dich auf dein Business konzentrieren, Ideen entwickeln und voran kommen. Lust auf loslegen?
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Kerstin Saathoff

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